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Ausgabe 2/02 | Seite 5 | ![]() |
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Mit Fuchs und Flotte in den Krieg?
Keine deutschen Soldaten auf arabische Schlachtfelder!Die Anzeichen verdichten sich. Der Krieg wird von Afghanistan ausgeweitet. Schon sind US-Truppen auf den Philippinen im Einsatz. US-Präsident Bush spricht "fundamentalistisch" (Londoner Times) von der "Achse des Bösen" und nennt Iran, Irak und Nordkorea. Auch zumindest Somalia und Jemen sind im Visier der USA, die allein entscheiden. Der ehemalige republikanische Außenminister Henry Kissinger plädiert entschieden für Krieg. Er schreibt: "Die Kernfrage ist nicht, ob der Irak am Terrorangriff gegen die USA beteiligt war, obwohl kein Zweifel besteht an Kontakten zwischen dem irakischen Geheimdienst und den Anstiftern. Die irakische Herausforderung ist im Wesentlichen eine geopolitische. Die Politik des Irak gegenüber den USA und bestimmten Nachbarländern ist unversöhnlich feindselig. (...) Wir müssen Amerikas Entschlossenheit beweisen, die regionale Stabilität, unsere Interessen und die unserer Freunde zu verteidigen." Für diese "geopolitischen" Interessen wird nun auch die Bundeswehr auf die zukünftigen arabischen Schlachtfelder und -meere gesandt. Sowohl die entsandten Fuchspanzer wie der Flottenverband sind in diese Aufgabe eingebunden. Wir fordern dagegen: Keine deutschen Soldaten in den Krieg zu schicken und die Militäreinheiten sofort zurück zu holen. Die Last des Krieges tragen die Völker, in weit geringerem Maße die Kämpfenden. Die Menschenrechte der Unbeteiligten werden auf das Blutigste verletzt. Den Golf-Krieg und das folgende Embargo mußte die Bevölkerung des Irak mit weit über einer Million Toten, darunter über 500 000 Kinder bezahlen. Zwar herrscht im Irak ein gewalttätiges Regime, das vor Massenmord und Gasangriffen auf die eigene Bevölkerung nicht zurückschreckte, doch gelang es nicht im faschistischen Spanien, in Chile, Griechenland, Argentinien und anderswo Diktaturen ohne Krieg mit allen seinen furchtbaren materiellen und psychischen Folgen zu überwinden? Ein neuer Krieg gegen den Irak wird voraussichtlich zu einem dreifachen Massenmord führen: An der kurdischen Bevölkerung im Norden und den Schiiten im Süden, die voraussichtlich beim Beginn von Luftangriffen von den Truppen Bagdads angegriffen werden, und unter der irakischen Bevölkerung durch den Bomben- und Raketen-Terror der so genannten Anti-Terror-Allianz. Sollen deutsche Soldaten an solchem Massenmord, sei es auch nur logistisch, beteiligt sein? Der 11.9.2001 ist kein Freibrief für Krieg und auch nicht für die Mißachtung und Zerstörung des internationales Rechts, das Krieg zur Durchsetzung von Interessen ausschließt. Kollateral-Tote sind wie die Opfer des 11.9. Menschen, denen das Menschenrecht auf "Leben, Freiheit und persönliche Sicherheit" (Artikel 3 der Internationalen Menschenrechtscharta) geraubt wurde. Wir sagen deshalb: · Die Durchsetzung von Menschenrechten erfordert menschenrechtliche Mittel. · Die Herstellung von Gerechtigkeit verlangt die Verwendung von gerechten Mitteln. · Friedenspolitik bedarf der friedlichen, zivilen Mittel zu ihrer Verwirklichung.
Eine zivile Friedenspolitik |
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